FAQ - 28
Die Geschichte der elektronischen Ortung (hier gemeint RADAR) beginnt zwar bereits im Jahre 1886 bzw 1904 (siehe Wikipedia-Eintrag),
praktisch eingesetzt wurde die Erfindung aber ab erst Mitte der dreißiger
Jahre. Gab es im Ersten Weltkrieg (andere) technische Systeme, die die
anfliegenden Zeppeline respektive Flugzeuge orten konnten ?
Eine technische Anlage auf elektronischer Basis war auch der Peilfunk,
der die Luftschiffe aber nur indirekt über ihre Funkausstrahlungen
orten konnte. Diese Systeme sind hier aber nicht gemeint. Es geht um
passive Anlagen, die nicht die Ausstrahlungen elektronischer Art
auffaßten, sondern die akustischen Aussendungen (Geräusche)
der Motoren. Es
gab zwei technische Grundversionen. Da waren die Großanlagen aus
Beton, die zum Teil noch heute an der britischen Kanal- und der
Ostküste zu finden sind, die sogenannten Sound Mirrors (auch Acoustic Mirrors
genannt). Also akustische Spiegel, die fest ausgerichtet einen
bestimmten geographischen Bereich abdeckten. Man könnte sie
frühe RADAR-Stellungen nennen. Sie wurden zum Teil auch noch im
Zweiten Weltkrieg genutzt. Des weiteren gab es relativ kleine Anlagen,
die mit einem gewissen Aufwand transportabel waren. Sie ähnelten
in ihrer Optik überdimensionierten Grammophon-Trichtern und waren
im Gegensatz zu den großen Sound Mirrors drehbar.
Aus dem französischen Bereich ist sind zwei Modelle bekannt (eine
größere und eine kleinere Version). Sie wurden vor allem im
Großraum Paris zur Unterstützung der Luftabwehr-Einheiten
verwendet. - Eine interessante Information stammt aus dem Bereich der
K.u.K. Luftfahrttruppe. Dort wurden sogenannte einfache Trichter
(= "Einfachtrichter) und "Doppeltrichter" für die Warnung vor
Luftangriffen verwendet. "Einfachtrichter" nur als einfache
Geräusch-Indikatoren benutzt wurden, dienten die "Doppeltrichter"
als akustische Peilstation deren Ergebnisse gegebenfalls u.a. an die
Scheinwerfer-Stationen weitergegeben wurden (Schilderungen dazu finden
sich in dem Buch
"Die K.u.K. Seeflieger" von Peter Schupita, Seite 140 ff.).
In deutschen Dokumenten werden die gleichen Horchgeräte auch als
"Doppelrichtungshörer" bezeichnet. Bei Ernst Peter ( "
Die K.u.K. Luftschiffer- und Fliegertruppe Österreich-Ungarns 1794 - 1919" - Seite 244)
werden sogar die technischen Einzelheiten (Größen etc.)
solcher Geräte beschrieben: "Horchgerät 11" (Einfachtrichter
97 cm Durchmesser und 220 cm Länge), "Horchgerät VII"
(Doppeltrichter, 90 und 140 cm Durchmesser, 165 cm
Länge).
historische Beispiele von Horchanlagen zur Ortung bzw. Frühwarnung vor Luftschiffangriffen
(Screenshots)
Fernhörer gegen Zeppelin-Angriffe aus dem Film "Hells Angels" (1930) siehe Filmliste unter 1930
Skulptur eines Fernhörers mit Funktion vor dem Hörzentrum in Oldenburg
siehe auch hier bei Panoramio
Fragen ????
