Arbeitskreis
für Marine- und Heeres- sowie Luftschiff- und Seeflieger-Geschichte


Leutnant d. R. (Oberingenieur)
Max Elias
ein deutscher Luftschiffer jüdischen Glaubens

Max Elias wurde am 30. April  1885 geboren, vermutlich in Hannover. Am 15. Juni 1910 tritt er als ziviler Fahringenieur in die Dienste des Luftschiffer-Bataillons Berlin. Bis zum Kriegsbeginn fuhr er auf allen deutschen Luftschifftypen (Zeppelin, Parseval, Groß-Basenach, Schütte-Lanz).  Mit der Mobilisierung wird er am 2. August 1914 als Unteroffizier d.R. als Soldat übernommen. Zu dieser Zeit fährt er bereits seit dem 24. Juni 1914 auf dem Heeresluftschiff Z IX.  

weitere biographische Daten seines soldatischen Lebens (in Kürze):  

14. September 1914 Verleihung des Eisernen Kreuzes 2. Klasse als Besatzungsmitglied des Z IX (Hauptmann Horn, siehe Bild unten)
bis 8. Oktober 1914 Einsatz auf dem Heeresluftschiff Z IX (Hauptmann Horn, am 8.10.1914 in der Halle Düsseldorf-Lohausen zerstört)
ab 13. Oktober 1914
Einsatz auf dem Heeresluftschiff Z X ( Hauptmann Horn - am 21.3.1915, nach einem Angriff auf Paris, Notlandung bei St. Quentin, abgewrackt)
15. März 1915 Beförderung zum Vizefeldwebel d.R.  
ab 24. April 1915 Einsatz auf dem Heeresluftschiff LZ 39 (Hauptmann Horn)
am 16. / 17. Mai 1915







Am 17. Mai 1915 greift das Heeresluftschiff LZ 39 Calais an. Bei der Rückfahrt über Ostende wird das Luftschiff von britischen Fliegern (Basis St. Pol/Dünkirchen) angegriffen. Squadron Commander Spenser Grey und Sub-Lieutenant Warneford (mit Beobachter Leading Mechanic G. E. Medis) beschiessen den Zeppelin von unten massiv mit MG- und Gewehrfeuer (keine Wirkung sichtbar). Wenig später trifft Flight Commander A. W. Bigsworth mit seiner Avro 504 (Nr. 1009) den Zeppelin in 3.000 Meter Höhe an, übersteigt ihn um 70 Meter und greift das Heck mit vier Bomben an. Das schwere Abwehrfeuer der Luftschiff-Flak auf dem First des LZ 39 zwingt den Flieger zum Abdrehen. Kurz darauf landet das Luftschiff sicher, aber es hat diverse Beschußschäden (5 Gaszellen defekt, 1 Propeller verloren) und mehre Verwundete und einen getöteten Offizier zu beklagen ...
(siehe Schilderung in dem Buch "Warneford , V.C. The first Naval Airman to be awarded the V.C." von Mary Gibson)
14. Juli 1915 Beförderung zum Leutnant d.R.
ab 24. August 1915 Einsatz auf dem Heeresluftschiff LZ 77 (Hauptmann Horn)
17. November 1915

Verleihung des Eisernen Kreuzes 1. Klasse
(vermutlich im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 16./17. Mai 1915 - siehe LZ 39 und 1927 unten)
vermutlich
ab 29. Februar 1916
der LZ 77 und seine Besatzung sind am 22. Februar 1916 gefallen - Max Elias war bei dieser Fahrt nicht dabei  (Grund unbekannt) ...
... geht dann zum neuen LZ 97 (Indienststellung 4. April 1916 - Hauptmann Linnarz) ... siehe nächste Zeile ...
ab Frühjahr 1916 Einsatz auf dem Heeresluftschiff LZ 97 bis zum Ende der deutschen Heeresluftschiffahrt , LZ 97 wurde im Juli 1917 abgewrackt
ab Juli 1917 bis zum Kriegsende als Soldat beim Luftschiffer-Bataillon 5  (keine weiteren Details bekannt)
am 25. September 1919 zum Bezirkskommando I Berlin verabschiedet
1927

Verleihung des “Ehrenbechers für erfolgreiche Angriffe aus der Luft”
durch den Feldflugchef (siehe "Ehrenbecher") und unter dem Datum 16. Mai 1915 oben


siehe auch: 

Kriegsfahrt mit Z IX aus "Der Schild - Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten" vom 27. Dezember 1935



Die Besatzung des Heeresluftschiffes Z IX
 nach der Auszeichnung mit dem EK 2 am 14. September 1914

Oberingenieur Max Elias ist auf dem Bild in der unteren Reihe, ganz links