Arbeitskreis
für Marine- und Heeres-
sowie Luftschiff- und Seeflieger-Geschichte
(Versuch einer Darstellung bzw. Entwurf !)
Dienstgrade und Abzeichen
der
Kaiserlichen Marine
in Bezug
auf die militärische Luftschiffahrt*
Die
Anfrage eines Freundes offenbarte eine mehr oder weniger große
Informationslücke. Oder vielmehr die Nicht-Existenz von
schriftlichen und bildlichen Zeugnissen zur Materie der Dienstgrade und
Abzeichen der Kaiserlichen Marine, teilweise auch die des Heeres. Das
kaiserliche Militär respektive das preußische Militär
ist bekannt für seine überaus vielfältigen Uniformen und
die dazugehörigen Accessoirs. Ganze Industrien lebten davon und
selbst hohe adlige Herrschaften einschließlich des Kaiser selbst
waren sich nicht zu schade immer wieder neue Ergänzungen und Änderungen des
Uniform-Umfeldes zu ersinnen.
Das deutsche Militär war ursprünglich eine
reine Landmacht und bekam erst ab dem Jahre 1848 eine offizielle maritime
Variante. Nicht nur gab es (fast) keine (Kriegs)Schiffe bis zu
diesem Datum, nein auch Uniformen und entsprechende Dienstgrade
mußte
n erst gefunden bzw. entwickelt werden. Aus pragmatischen Gründen
entlehnte man sehr häufig Dienstgrade, Uniformen, Exerzier-Regeln
und anderes aus anderen erfahrenen (ausländischen)
militärischen Formationen wie der britischen oder der
niederländischen Marine. Speziell die Uniformen machten starke
Anleihen bei den Briten, die Dienstgradbezeichnungen waren anfangs ein
wilder Mischmasch aus deutschen Heeresbezeichnungen und neuen
deutschen-englischen Formulierungen.
Ab der Reichsgründung 1871 gab es eine Kaiserliche Marine
für das Deutsche Reich, die eine so gut wie nicht vorhandene
Tradition u.a. mit sehr ausufernden Dienstgrad-Bezeichnungen
und Funktionen zu kompensieren gedachte (so jedenfalls scheint es heute
aus der Rückschau). Allerdings zeigt ein Blick nach
Großbritannien, wo sich die Art und Weise der Bezeichnungen
erhalten hat (siehe bei den Deckoffizieren), daß es auch andere Gründe geben kann.
Die Vielfalt der Dienstgrade stand den
optischen Erscheinungen in Uniformen und Abzeichen in nichts nach. Wir
Nachgeborenen haben heute erhebliche Probleme einigermaßen
Struktur in diese Vielfalt zu bringen. Im Gegensatz zu heute, waren die
Dienstgrad-Bezeichnungen und -Gruppen noch nicht so klar definiert und
überschaubar. Dies trifft vor allem auf die Gruppen der
Mannschafts-Dienstgrade sowie der Unteroffiziere mit und ohne Portepee
zu. Die Dienstgrade der Offiziere waren auch schon zu dieser Zeit
relativ klar strukturiert und haben seit dem nur wenig
verändert.
Die größte Unsicherheit in Bezug auf
der Verständlichkeit bzw. Zuordnung geht von daher von den
Mannschaften bzw. den Unteroffizieren (mit und ohne Portepee) aus.
Wobei die Mannschaften noch relativ homogen auftraten und auch bei den
Abzeichen nicht allzuviel Verwirrung stiften. Dafür wurde es bei
den Unteroffizieren um so bunter. Es soll hier der (erstmalige) Versuch
gemacht werden ein wenig Licht in das "Gestrüpp" zu bringen.
Inwieweit das gelingt ist eine andere Sache ... und wird mit Sicherheit
erst im Laufe der Jahre an Klarheit und Sicherheit gewinnen. Ich bitte
also um Nachsicht bei etwaigen Fehlinterpretationen bzw. Unsicherheiten
... viele Dienstgrade konnte man nur durch die Kombination
verschiedener Merkmale (die über die Uniform verteilt waren)
sicher zuordnen.
Ein weiterer nicht zu unterschätzender Faktor
der Verwirrung ist die ständige Verwechselung von Dienstgraden und
Abzeichen mit denen der späteren Marinen Deutschlands. Nach
dem Kriegsende 1918 wurden die Dienstgrade und Gruppen z.T. anders
sortiert, es gab neue Dienstgrade, alte fielen weg ... es wurden
ganz andere Abzeichen verwendet usw. Im Gegensatz zu anderen
Nationen und deren maritimen Streitkräften entstand die deutsche
Marine recht spät (wie auch der Nationalstaat) und (ganz wichtig
!) es gab in der geschichtlichen Entwicklung immer wieder starke
Brüche um nicht zu sagen Zäsuren. Vielen Menschen ist gar
nicht klar, daß es Unterschiede zwischen den verschiedenen
deutschen Marinen gab (unabhängig von irgendwelchen politischen
Dingen). Das ist auch der Grund, warum selbst in Fachpublikationen
immer wieder Fehler und Fehlinterpretatíonen zu finden sind.
Grobe Unterteilung der Dienstgrad-Gruppen innerhalb der Marine
- Mannschaftdienstgrade (im Marine-Deutsch auch als "Gast" - Mehrzahl: "Gasten" bezeichnet)
- Unteroffiziere ohne Portepee (im Marine-Deutsch auch als "Maat" - Mehrzahl: "Maaten" bezeichnet)
- Unteroffiziere mit Portepee (im Marine-Deutsch auch als Meister oder "Bootsmann*" - Mehrzahl: "Bootsleute" bezeichnet)
- Deckoffiziere**
- Subaltern-Offiziere
- Kapitänleutnante (Gruppe der K.)
- Stabsoffiziere
- Flaggoffziere (Admirale)
*
es gibt von diesem Begriff sehr viele Ableitungen
bzw. Variationen, die sich auf die Spezialtätigkeit des jeweiligen
Soldaten beziehen
** dieser Begriff schaftt
mit am meisten Konfusion - nach heutigen Maßstäben
gehören die Portepee-Unteroffiziere und die Deckoffziere
in eine
Gruppe ... immer wieder findet sich in alter wie neuerer Literatur der
Begriff "Oberdeckoffizier". Der ist natürlich Unfug (in jeder
Hinsicht), da es - wenn überhaupt - "Ober"-Deckoffizier
heißen müßte ... da
es sich hier aber um eine Dienstgrad-Gruppe (und nicht um einen
Dienstgrad handelt), gibt es kein Ober- oder Unter-
wie-auch-immer ... 
Einjährig-Freiwillige
waren keine Dienstgrad-Gruppe, sondern Soldaten mit höherem
Bildungsstand, die für eine Karriere als Reserve-Offizier
eine einjährige Vorausbildung machten. Später, als
Reserve-Offizier, wurde die Ausbildung nach und nach (bei verschiedenen
Reserveübungen) vollendet.
Diese Soldaten hatten keinen förmlichen
Dienstgrad, sondern meldeten sich korrekt mit ihrem Status sprich der
der
Bezeichnung "Einjährig-Freiwilliger XYZ". Als
äußeres Zeichen ihres Status als
Reserveoffiziers-Anwärter trugen sie einen nach oben offenen Winkel aus doppelter Wollschnur in den Reichsfarben Schwarz-Silber (statt Weiß)-Rot.
Das entsprechende Gegenstück (Pendant) der Reserve-Offiziere war der Portepee-Unteroffizier der Reserve.
Das waren in altgediente Soldaten im Reservistenstatus. Sie
wurden optisch sprich uniformmäßig aus der Gruppe der jungen
(aktiven) Portepee-Unteroffiziere
herausgehoben. Ihrer Erfahrung gemäß wie auch ihrer nicht so
hoch einzustufenden körperlichen Fitness bekleideten sie
Dienstposten die dies berücksichtigten: z.B. den
(Kompanie)Feldwebel, im Soldatenjargon auch " Spieß" genannt oder den Wachtmeister
(auf kleineren Schiffen oft auch ein Soldat im Maaten-Rang). Solche
Soldaten erledigten unter anderem Verwaltungsaufgaben, waren für
das Exerzieren zuständig und beaufsichtigten die jungen Soldaten bei Tätigkeiten wie dem "Reinschiff"
sprich dem Insstandsetzen und Reinigen von Unterkunft, Schiff und
Kaserne. Im Laufe des Krieges 1914 - 1918 und später verzichtete
man auf die (optische) Unterscheidung von aktiven Soldaten und
Reservisten. Das hatte wohl auch etwas mit dem enormen Aufwand an
Kosten und Material zu tun, der durch die Uniformen-Vielfalt entstand.
Es gibt noch eine andere Gruppe von Soldaten, die (heute) immer wieder für Verwirrung sorgt - die Offizierstellvertreter (siehe hierzu die Wikipedia).
Sie stellten eine Art Spitzendienstgrad für verdiente
Portepee-Unteroffiziere dar, denen man den Austieg in den Offizierstand
nicht ermöglichen wollte oder konnte.
Es gab im Kaiserreich vielerei Ressentiments
aus unterschiedlichen Gründen, die sich u.a. in der Praxis der
Beförderungen und in den Uniformen widerspiegelten ...oder an
solch "Spitzfindigkeiten" wie sie sich im Falle des Großadmirals Alfred von Tirpitz zeigten: Das äußere Zeichen der Großadmiralswürde ist der Großadmiralstab ... aber ... Rang und Titel wurden Tirpitz zwar verliehen, aber nicht das dazugehörige Patent (er war daher nicht zum Tragen eines Großadmiralstabes berechtigt).
Es kann gut sein, daß man den bürgerlich geborenen Tirpitz
so von den uradeligen anderen drei anderen Großadmiralen
separieren wollte.
Es muß auch an eine Eigentümlichkeit erinnert werden, die mindestens bis
zum Ende des 1. Weltkrieges im deutschen Militär üblich war: man wurde
zum Offizier gewählt (ja, gewählt - sic !) und erst später
ernannt bzw. befördert .... Das ist einer der Gründe warum z.B. nur wenige
Juden zu Offizieren ernannt wurden. Der Deutsche Kaiser Wilhelm II.
wurde einmal darauf angesprochen, warum so wenige Juden Offiziere seien.
Er antwortete darauf mit dem Hinweis, daß er seinen Offizieren nicht
befehlen könne wen sie zu Offizieren wählen sollten ... Das erklärte
aber auch, warum manche "Beförderungen" so schnell und einfach gingen
und andere überhaupt nicht. Das lag einfach an den Offizieren vor Ort,
im Regiment. Ein Soldat der die Sympathie und Bewunderung seiner
Kameraden errungen hatte, hatte es einfacher. Inbesondere aber
evangelische (preußische) Offiziere hingen oft den antisemitischen Thesen des
kaisernahen Adolf Stöcker (und anderer) nach, der
die Atmosphäre in den Offizierskasinos zum Teil massiv antisemitisch
vermieste (vergleiche dazu die antijüdische Ausrichtung der Deutschen Christen). In katholisch dominierten Landesteilen wie z.B. in Bayern
hatten es daher jüdische Offiziersbewerber zum Teil einfacher.
Standesdünkel war aber damals ein durchaus verbreiteter Makel in
Offizierkreisen. Daher gelang es Juden in den allermeisten Fällen nur
zum Reserveoffizier aufzusteigen (wenn sie nicht vorher zum Christentum
konvertierten). Der Offizierkreis mußte also jemanden zum Offizier
wählen, erst nach dieser Wahl wurde das Ergebnis nach "oben"
weitergegeben ... der Landesherr oder (bei der Marine) der Kaiser gaben
dann das Offizierpatent aus, der dem Anwärter seinen Status als
Offizier urkundlich verlieh bzw. garantierte. Dieses Verfahren war spätestens mit der
Erringung der deutschen Wehrhoheit 1935 obsolet. Das drückte sich im 2.
Weltkrieg u.a. dadurch aus, daß das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes
an Soldaten jeden Standes verliehen wurde ... im Gegensatz z. B. des
preußischen Hohenzollern-Ordens Pour le Mérit (des 1. Weltkrieges) , der
nur an Offiziere verliehen wurde.
Einteilung der Dienstgrad-Gruppen im Detail
Gasten (Mannschaftdienstgrade) - Dienstgrad-Abzeichen siehe nachfolgend
- Matrose oder z.B. Segelmacher-Gast* (kein Dienstgrad-Abzeichen, nur eventuell ein Verwendungsabzeichen)
- Segelmacher*-Gefreiter - Dienstgrad-Abzeichen: nach oben offener gelber Winkel
- Segelmacher*-Obergefreiter - Dienstgrad-Abzeichen: nach oben offener gelber doppelter Winkel
- Segelmacher*-Stabsgefreiter** - Dienstgrad-Abzeichen: nach oben offenen Winkel aus doppelter Wollschnur (plus 1 Stern)
- Segelmacher*-Oberstabsgefreiter** - Dienstgrad-Abzeichen: nach oben offenen doppelter Winkel aus doppelter Wollschnur (plus 1 Stern)
*
jeweils die spezielle Funktion voranstellen - nach
der seemänisch-militärischen Grundausbildung erhält
jeder eine fachspezifische Ausbildung ...
** die Dienstgrade des Stabs- bzw. Oberstabsgefreiten wurden erst im Laufe der Zeit eingeführt
Dienstgrade der deutschen Seeflieger respektive Marineflieger bis 1918
Maate (Unteroffiziere ohne Portepee) - Dienstgrad-Abzeichen: Anker mit Laufbahnabzeichen, Obermaat mit Krone darüber
- Segelmacher
**-Maat
- Segelmacher
**-Obermaat
*
*
Obermaat wie Maat, über dem Anker
zusätzlich Kaiserkrone mit fliegenden Abzeichen
** jeweils die spezielle Funktion voranstellen - nach der militärischen Unteroffiziers-Ausbildung erhält jeder eine
fachspezifische Ausbildung ...
Meister (Unteroffiziere mit Portepee)* - Dienstgrad-Abzeichen: stehender Anker unter Kaiserkrone*4
- VizeMaschinist
** Einstiegs-Rang
- Maschinist
** mittlerer Rang
- OberMaschinist
** Spitzenrang der Gruppe der "Deckoffiziere"***
...hier kann man mal Uniform-Bilder von Deckoffizieren sehen ... - Bild 1 - Bild 2 -
... damit ist zwar immer noch nicht alles klar ... aber man wird ja genügsam ...
- originale URL (Gesamtseite, siehe auch Links unten - aber Vorsicht auch hier sind Fehler drin !)
*
"eigentlich" als Gruppe der Decksoffziere zu bezeichnen ... aber ...
dem heutigen Sprachgebrauch entsprechend
hier als Meister-Ebene ...
... die drei Meister-Ebenen
Einstiegsgrad - mittlerer - Spitzengrad der Gruppe
In anderen Marinen, die eine wesentliche längere Entwicklungsgeschichte haben, sind die Merkmale dieser
Dienstgrad-Gruppe wesentlich
besser bzw. deutlicher zu erkennen (siehe z.B. hier ). Es ist zu bemerken, daß
sich eine
Bezeichnungsweise in den traditionsorientierten britischen
Streikräfte erhalten hat, die sehr
der Praxis
in den königlichen bzw. kaiserlichen Streikräften
Deutschlands bis 1918 ähnelt ...
** jeweils die spezielle Funktion
ohne weiteren Zusatz
***
es gibt gerade in dieser Dienstgrad-Gruppe extrem viele
Sonderfunktionen und "Abspaltungen", die mit den unterschiedlichsten
optischen Erscheinungen (Abzeichen/Uniform)
und/oder "Privilegien" und Aufgaben verbunden waren ... siehe auch
Feldwebelleutnant /Subaltern-Offiziere
*4 mit fliegenden
Bändern, keine Abzeichen auf dem Ärmel,
nur Schulterklappen, wenn doch (ältere Form) dann unter
dem Emblem ein
nach oben offener Winkel
Subaltern-Offiziere* - Dienstgrad-Abzeichen: die sogenannten "Kolbenringe" (mittelbreit)* mit dem sogenannten (See)Stern darüber
vergleiche Wikipedia
-
Feldwebelleutnant**
- war im eigentlichen Sinne der Spitzendienstgrad der Deckoffiziere,
gehörte aber schon zu den Offizieren (Aufstieg aus dem
Mannschaftsstand)
- Leutnant -
Dienstgrad-Abzeichen: ein "Kolbenring", Schulterstücke ohneStern
- Oberleutnant -
Dienstgrad-Abzeichen: zwei "Kolbenringe", Schulterstücke wie Leutnant ( aber 1 Sterne)
* die "Kolbenringe" werden durch drei Strichstärken kombiniert symbolisiert:
schmal (Hilfsfunktion) - mittelbreit (Leutnant) - breit (Admirale)
gerade diese
Dienstgrad-Gruppe erfuhr im Laufe der Zeit mehrere
Namensänderungen ... die Dienstgrad-Steigerung sah dann so aus:
a) Secondeleutnant --> Unterleutnant --> Leutnant
b) Premierleutnant --> Leutnant --> Oberleutnant
vergleiche hierzu auch die Dienstgrade der Bundesmarine (aktuell) in Bezug auf optische Erscheinung der "Kolbenringe"
in diese Gruppe gehören auch die Ingenieure !
zu den
Merkwürdigkeiten gehört, daß der
Dienstgrad-Sprachgebrauch (Funktion + Dienstgrad) der Subalternoffiziere
sich an die Regelungen der Maate anlehnte (siehe oben) ... das ging so weit, daß
zusätzlich auch die
Fachrichtungsabzeichen getragen wurden ...
** Offiziersseitenwaffe (mit
Portepee) am Mannschaftskoppel, Offiziersknöpfe, Offizierskokarde an der Kopfbedeckung

Gruppe der Kapitänleutnante - Dienstgrad-Abzeichen: zwei "Kolbenringe"*
-
Kapititänleutnant -
Dienstgrad-Abzeichen: Schulterstücke wie Leutnant (aber 2 Sterne)
*
später wurde der Dienstgrad internationalen
Gebräuchen entsprechend durch zwei "Kolbenringe" dargestellt, die
von einem schmalen Hilfsring
unterbrochen wurden (heute noch übliche Darstellungsweise)
Stabsoffiziere - Dienstgrad-Abzeichen: "Kolbenringe", Details siehe auch Links
-
Korvettenkapitän -
Dienstgrad-Abzeichen: Schulterstücke ohne Stern
-
Fregattenkapitän -
Dienstgrad-Abzeichen: Schulterstücke wie Korvettenkapitän (aber 1 Stern)
-
Kapitän zur See -
Dienstgrad-Abzeichen: Schulterstücke wie Korvettenkapitän (aber 2 Sterne)

Flaggoffiziere (Admirale) - Dienstgrad-Abzeichen: "Kolbenringe" siehe Links, damals entspricht heute
-
Konteradmiral
-
Vizeadmiral
-
Admiral
-
Großadmiral
Dienstgrad- und Verwendungs-Abzeichen in der militärischen Luftschiffahrt (Marine)
Die
militärische Luftschiffahrt der Marine begann (verglichen mit dem
Heer) vergleichsweise spät und erst auf Druck des Luftschiffbaus
Friedrichshafen auf Großadmiral Tirpitz
mit dem Hinweis, daß "wenn er keine Luftschiffe ordere, man sie
halt an die Engländer und Franzosen verkaufe". Das wirkte
unverzüglich, dennoch begann die Marineluftschiffahrt recht
zaghaft und von Pech verfolgt (siehe Verluste der Marineluftschiffe
"L 1" und "L 2". Da die Marine naturgemäß über
seemännisch vorgebildetes Personal verfügte,
überwand sie (mit Hilfe ihres Ausbilders Hugo Eckener)
schneller die
Anfangsschwierigkeiten mit denen die Heeresluftschiffer
doch einige Jahre zu kämpfen hatte (siehe vor allem terrestische
und astronomische Navigation,Wetterkunde).
Steuerleute
und Motorenpersonal (Maschinisten) waren durchweg hervorragend
ausgebildet, die speziellen Lernziele der Luftschiffahrt waren schnell
erreicht.
Es gab bei der Marine neben den Seeoffizieren,
Steuerleuten und Maschinisten u.a. auch die Segelmacher, die
eigentlich von der Schiffahrt mit Takelage herstammten und die in
der Kaiserlichen Marine noch sehr zahlreich vertreten waren.
Sie kümmerten sich bei den Marineluftschiffen um die
Gaszellen und alles darum herum. Beim Heer gab es dafür keine
spezielle Fachrichtung, das war ein "Nebenjob" der Zellenmeister oder
Zellenwart hieß. Bei der Marine waren diese Leute
ursprünglich für die Wartung der Segel zuständig, auf
Dampfern nannte man sie einfach (spöttisch) "Seeziegen", diese
selber sagten nur "klarer Anker, klarer Kopf". Fachlich kümmerten
sich diese Leute um allgemeine Instandsetzungsarbeiten am Schiff, um
alle Gerätschaften beim Ankern, Ein- und Auslaufen, um die
Beiboote usw.
Mit den
Spezialisten der Marine zogen auch die Dienstgrad-Abzeichen dieser
Soldaten in den Alltag der Luftschiffer ein. In der Regel fuhren auf
den Luftschiffen Soldaten der Dienstgrade Unteroffizier aufwärts,
ausnahmsweise auch Mannschaftsdienstgrade. Wie auch beim Heer wurden
die Uniformen und Abzeichen weiter genutzt. Der Sprachgebrauch der
Dienstgrade wurde ebenfalls übernommen. Die Seeleute hatten
oft diverse Zusatzlehrgänge, z.B. als Bediener irgendwelcher
(kleinerer) Waffengeräte, z.B. Minen, Flugabwehrkanonen usw. Bei den
Marineluftschiffen wurden sie u.a. als Waffenwarte und Verantwortliche
für die Abwurfmunition (Bomben) eingesetzt.
Damit
sind wir bei den optischen Hinweisen zur Verwendung der Soldaten im
praktischen Alltag angekommen. Sie wurden unterhalb der
Dienstgradabzeichen aufgenäht bzw. angezeigt. In der einfachen
Form sieht man das beim Maschinistenmaat Adams auf dem Bild links. Dort
steht unter seinem Dienstgrad (Abzeichen) "Maschinstenmaast" das
Zeichen für die Fahrbesatzung*** eines
Militär-Lenkluftschiffes. Die meisten Verwendungsabzeichen hatten
eine rote Farbe. Es gab diverse Symbole für die unterschiedlichen
Verwendungen. So zeigte die stilisierte Granate mit Flammenbündeln
(oben) den Artilleristen bzw. Feuerwerker an, ein Flak-Artillerist
hatte ein ergänztes Symbol mit stilisierten Flügeln
an der Seite. Der Funker wiederrum hatte ein Abzeichen mit einem Blitz,
Maschinisten einen Propeller oder ein Zahnrad (je nach speziellem
Gebiet). In den jeweiligen einzelnen Verwendungen wurde z.T. auch der
Ausbildungsstand und eine eventuelle Vorgesetzten-Funktion durch
entsprechende Abzeichen (in roter Farbe mit nach oben offenen Winkeln -
siehe Beispiel hier) angezeigt.
*** Das zum Unterschied zu anderen Luftschiffern, die zum so genannten Bodenpersonal gehörten (Luftschifftrupps u.a.). Die
ausgebildeten Besatzungen faßte man zu
Luftschiffkommandos
zusammen. Dieses Kommando bildete quasi das
mehr oder weniger fahrende Personal der Luftschiffertruppen. Es
unterteilte
sich in der Praxis
in die ständige Fahrbesatzung des Luftschiffes
und einen Schiffspflegetrupp. Fiel aus irgendwelchen Gründen (z.B.
Krankheit) ein
Mitglied
der Fahrbesatzung aus,
wurde ein Ersatzmann vom Schiffspflegetrupp
rekrutiert.
Das Luftschiffkommando umfaßte insgesamt etwa 50 Personen.
Da der (vielfach temporäre)
Wechsel zwischen den beiden Gruppen
nicht
selten war verwischte sich die "Grenze" in der Praxis, so daß
man sich letztendlich als "ein Kommando", "eine Besatzung"
empfand. Der
Schiffpflegetrupp reiste dem Luftschiff bei einer Verlegung des
Luftschiffes an einen anderen Lufthafen nach, war sozusagen
"symbiotisch" mit ihm
fest verbunden.
Links - die aber (leider) nicht unbedingt weiter führen ... oder vielleicht sogar noch mehr verwirren - sorry ...
-
http://www.kleiner-kreuzer-dresden.de/html/dienstgrade_.html -
-
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Soldat/Marine/Marine.htm -
-
http://de.wikipedia.org/wiki/Dienstgrade_der_Kaiserlichen_Marine -
-
http://de.geocities.com/gabriel_pracht/1227492.htm -
-
http://users.hunterlink.net.au/~maampo/militaer/glenn/marine/kaiserliche_marine_1914.htm -
-
http://forum.uniforminsignia.net/viewtopic.php?p=9566 -
-
http://en.wikipedia.org/wiki/Warrant_officer -
-
Marineuniformen -
http://kaiserliche.marineuniformen.de/index.php -
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